Das erste 3D-gedruckte Bürogebäude in Dubai

Das erste komplett 3D-gedruckte Bürogebäude wurde im Mai 2016 in Dubai präsentiert und ist eines der aufwendigsten Projekte seiner Art. Es ist das erste und bis jetzt einzige Projekt dieser Art. Das gesamte Gebäude, inklusive der Inneneinrichtung, wurde mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt. Für den Druck benötigten die Ingenieure 17 Tage und für den Aufbau nur 2 Tage. Die Idee stammt von einer Stiftung, welche selbst in Dubai ihren Hauptsitz hat. Die Bauherren wollen in Zukunft weitere Gebäude kosten-, zeit- und abfallsparend erstellen und aufbauen.

Bild: Regierung von Dubai

Bild: Regierung von Dubai

Alles aus dem 3D Drucker – selbst die Inneneinrichtung

Das erste 3D-Bürogebäude verfügt über eine Nutzfläche von 250 m². Die Ingenieure in Dubai sind bekannt dafür, dass die Überschreitung von Grenzen schon immer eine Herausforderung für sie war. So Besitzt Dubai das höchste Gebäude der Welt (Burj Khalifa). Und nun wurde eine weitere Herausforderung – „3D-gedrucktes Gebäude“ voll funktionstüchtig – umgesetzt. Die gesamte Einrichtung in den Innenräumen kommt aus einem 36,6 x 12,2 x 6 m langen 3D-Drucker. Schicht für Schicht wurden die einzelnen Bauelemente aus dem 3D-Drucker dem Gebäude in Dubai hinzugefügt. Alle Bestandteile waren passgenau und Verschnitt frei, so dass praktisch kein Bauschutt anfiel. Zusammengesetzt wurden die Einzelteile mit Hilfe von einem Roboterarm, welche die Einzelteile präzise aufrichten und versiegeln konnte.

In weniger als 3 Wochen Bauzeit errichtet
So hat es insgesamt nicht einmal 3 Wochen gebraucht, bis das Gebäude rundum fertig gestellt war. Auch der Personalbedarf lag somit deutlich unter dem generellen Durchschnitt für so ein großes Bürogebäude. Die Kosten für das Gebäude betrugen gemäß dem Hersteller 140.000 Dollar. Dazu kamen dann noch die Einzelheiten der Innen- und Außeneinrichtung sowie der Gestaltung.

Innovative Technik – grenzenlos?

Das Ziel dieses Projektes war es, die Grenzen der technischen Innovation zu erweitern und zu fördern. Das Design des Bürohauses hat die Möbelfirma „Bene“ mit Hauptsitz im österreichischen Ybbs entwickelt. Auffällig sind die Bogenformen in sämtlichen Elementen und die Farbgebung, denn dieses Bürogebäude ist mit Lila- und Grüntönen ausgestattet. Das gesamte Gebäude ist auf eine zukunftsorientierte Arbeitsumgebung zugeschnitten, sodass es sich flexibel auf die Anforderungen der Nutzer sowie unterschiedliche Teamgrößen anpassen lässt.

„Office of Future“ nennt sich dieses Projekt. Ziel sei es gewesen, die Grenzen der technischen Innovationen zu erweitern, erklärt Regierungsmitglied Mohammed Al Gergawi. „Die Zukunft gehört dem 3D-Druck. Ob wir davon sprechen, Gebäude zu drucken oder Kleider, Ausrüstung, Essen oder sogar Körperteile wie Knochen, Ohren oder eine Leber“, sagte das Regierungsmitglied. Um in Zukunft Projekte wie dieses zu realisieren, gründete Scheich Muhammed bin Raschid Al Maktum eigens die „Dubai Future Foundation“. Diese Stiftung unterstützt zukunftsorientierte Initiativen und Partnerschaften.

Der 3D-Druck etabliert sich

Wenn die Stiftung recht behält, wird in Dubai 2025 schon jedes vierte Haus aus dem 3D-Drucker gefertigt – einfach um Materialkosten zu einzusparen. Damit wollen sich die Vereinigten Arabischen Emirate, kurz VAE, weltweit als Pioniere im Bereich des 3D-Drucks etablieren. Dies haben sie im Sommer 2015 schon mit den Plänen für das Bürogebäude getan. Nun ist es Wirklichkeit geworden. Die Einrichtung kann momentan von verschiedenen Firmen genutzt werden, welche sich in Zukunft überlegen können, sich ein 3D-gedrucktes Gebäude anzuschaffen. Ganz vorne liegen die Vereinigten Arabischen Emirate im weltweiten Rennen aber nicht. China ist anderen Ländern mit ihrer Technik immer noch um Einiges voraus. Bereits Anfang 2015 wurde in China ein kombiniertes Büro- und Wohngebäude, welches zum großen Teil aus dem 3D-Drucker stammt, vorgestellt. Bei reinen und exklusiven Bürogebäuden ist allerdings Dubai der Pionier.