Das erste gedruckte Auto

Ein mittels eines 3D Druckers gedrucktes Auto klingt sicherlich nach einer absurden Idee, wo doch Autobauer Tag für Tag an Innovationen basteln und Fertigungsstraßen schon das meiste übernehmen. Doch auch wenn ein wenig Spinnerei sicherlich dazu gehört, um die Idee eines 3D gedruckten Autos zu realisieren, so ist es doch auch eine technische Meisterleistung.

Nicht ganz ohne Zusatzkomponenten

Ganz so weit, dass ein Fahrzeug einzig und allein mittels des 3D Druckers hergestellt wird, sind wir dann aber doch noch nicht. Ein 3D Drucker hat die Karosserie des Autos ausgedruckt, eine Maschine hat das Konstrukt anschließend in Form geschnitten und danach mussten noch einige Einzelteile angefügt werden.

Kleine Carbonkugeln und Plastik, aus welchen auch Legosteine hergestellt werden, dienten dem 3D Drucker dabei als Arbeitsmaterial. Das „Strati“ besteht im Gegensatz zu herkömmlichen PKWs nicht aus 200.000, sondern lediglich aus 50 Einzelteilen.

Die Herstellungskosten liegen zudem noch bei 18.000 bis 30.000 US-Dollar und eine Straßenzulassung gibt es für das, mal noch sehr langsame Vehikel, auch noch nicht.

Nichts destotrotz sind die Pläne der Herstellers groß und an einer ersten Straßenzulassung wird derzeit fieberhaft gearbeitet. Aufgrund der strengen Auflagen wird die erste Straßenzulassung aber wohl nicht in Deutschland erfolgen.

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Was ist der große Nutzen eines 3D gedruckten Autos?

Dass dies nicht nur Spielerei ist, beweisen die enormen Kosten, welche hauptsächlich anfallen, um die Karosserie eines PKW zu fertigen. Die Karosserie besteht nur noch aus fünf Einzelteilen. Diese mussten jedoch nach dem Ausdruck noch geschliffen, gefräst und poliert werden. Einige wenige Werkzeuge reichen jedoch für diesen Bereich aus. Das Grundkonstrukt steht ja schon fest.
Vor allem interessant dürfte es sein, dass der Druck jederzeit verändert werden kann. Für Montagestraßen werden genaue Angaben benötigt, die nicht je nach Belieben verändert werden können. In Zukunft könnten so PKWs, die nicht beliebt sind, deutlich schneller vom Markt verschwinden.

Zurzeit erinnert der „Strato“ eher an einen Roadstar für Kinder. Carbon ist zudem im Gegensatz zu Aluminium relativ teuer. Solange die Karosserie jedoch nur zum Teil aus Carbon gefertigt wird, ist dieses Material sicherlich einen Blick wert. Es überzeugt vor allem durch die Leichtigkeit, die im Fahrzeugbau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da Technik einen PKW grundsätzlich schwerer macht, wird leichteres Material bereits aus praktischen Spritspargesichtspunkten benötigt. Ein geringerer Verbrauch und ein niedrigerer Co²-Ausstoß dürften der Automobilindustrie sehr entgegenkommen.

Die Zukunft bleibt also spannend. Vielleicht sitzen Sie ja bald schon in Ihrem 3D gedruckten Auto.