Der weltweit erste Rollstuhl aus einem 3D-Drucker

Das lange Warten auf einen speziell angepassten Rollstuhl hat hiermit hoffentlich ein Ende. „GO Wheelchair“ nennt sich das Projekt des Designers Benjamin Hubert und des 3D-Druck-Dienstleisters Materialise. Momentan müssen Betroffene teilweise mehr als 6 Monate auf einen angepassten Rollstuhl warten. In Ausnahmefällen sogar noch etwas länger. Das Ziel des gesamten Projektes ist eine möglichst schnelle und zuverlässige Anpassung des Rollstuhls an den Patienten und eine kostengünstige Instandhaltung oder Produktion des Rollstuhls.

Mit Hilfe des 3D-Drucks kann das bewerkstelligt werden. Der ganze Produktionsablauf kann um Einiges beschleunigt werden. Laut Herstellerangaben sei der 3D-Druck die perfekte und beste Voraussetzung, um einen Rollstuhl schnellstmöglich passgenau anzufertigen. Es ist an der Zeit, nachdem auf so vielen Gebieten Fortschritte erzielt wurden, auch die Rollstühle zu „digitalisieren“.

Rollstuhl aus einem 3D-Drucker

Bild: layerdesign.com

Mit dem 3D-Druck können Konzepte einfach und schnell realisiert werden

Das 3D-Drucksystem macht es sehr leicht zukünftige Designs zu entwickeln und zu realisieren. Zudem können die Produkte aus dem 3D-Drucker viel leichter als die Rollstühle der jetzigen Zeit produziert werden, wodurch sie besser an die Bedürfnisse und Vorstellungen des Patienten angepasst werden können.

In der Beschreibung des Verfahrens heißt es, dass damit das System präzise arbeiten kann, zunächst erstmal ein „Mapping-Prozess“ erfolgt. So werden zu allererst die Größe, das Gewicht und die individuellen Körpermaße sowie der Grad der Behinderung ermittelt. Danach können die Fußrasten dementsprechend angepasst werden, um einen kompatiblen Transport zu gewährleisten und einen Sturz des Patienten zu verhindern. Das Ergebnis ist ein schlanker und moderner Rollstuhl in einem sehr ansprechenden Design. Beim „GO Wheelchair“ wird auf unnötige Dinge verzichtet. Der Rollstuhl besteht nur aus den wesentlichen und wichtigen Bestandteilen. Durch die Reduzierung des Materials kann das Gewicht des Rollstuhls um einige Kilos reduziert werden. Die körperliche Belastung für den behinderten Menschen wird dementsprechend minimiert, ebenso wie das Verletzungsrisiko. Eine Erkrankung an chronischer Arthritis kann aufgrund der geringeren Belastung der Gelenke womöglich verhindert werden. Chronischer Arthritis ist eine typische Erkrankung bei Rollstuhlfahrern.

Hochwertige Verarbeitung von Titan im 3D-Druck

Als Druckmaterial wird Titan verwendet, dass sowohl stabil als auch bruchsicher ist. Die Fußrasten verfügen über eine „Anti-Rutsch-Oberfläche“, welche verhindert, dass man einfach aus dem Rollstuhl rutscht und sich gegebenenfalls etwas bricht. Durch die Gewichtsreduktion profitieren die Patienten auch von einer erleichterten Bedienung und Handhabung am Rollstuhl. Außen befinden sich jeweils an einem Reifen ein Haltegriff zum Fortbewegen des Rollstuhls. Mit einer integrierten Handbremse kann der Patient bei Bedarf stoppen.

Der Entwickler arbeitet momentan noch an einer App, welche die Entwicklung des „GO Wheelchair“ noch weiter verbessern soll. Die Rollstuhlfahrer können sogar zwischen Farben, optionalen Funktionen und ergänzendem Zubehör wählen. Nach Angaben der Hersteller kann der Rollstuhl innerhalb von nur 2 Wochen direkt mit Hilfe der App nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen angefertigt, hergestellt und ausgeliefert werden.

Noch ist unklar wann genau das Produkt auf den Markt kommt. Das ganze Projekt steht noch in der Anfangsphase. Dennoch ist die Herstellung eines Rollstuhls mittels 3D-Druck auf lange Sicht eine sehr gute und vor allen Dingen schnelle Lösung für leidende Patienten. Das Produkt dient der Steigerung der Lebensqualitäten der behinderten Menschen. Es bleibt zu hoffen, dass der „GO Wheelchair“ die kommenden Tests schnell absolviert, um in Produktion zu gehen.