Die Prothesen von morgen – 3D-Druck in der Medizin

Dank der Prothesen aus dem 3D-Drucker hat lästiges Warten für die Patienten endlich ein Ende. Mit Hilfe der 3D-Drucker lassen sich jegliche Gelenke künstlich nachbilden und einsetzen. Die Produkte finden ihren Platz als Ersatz von Gliedmaßen oder sogar Organen. Es ist möglich, vollwertige Prothesen ohne großen Zeitaufwand herzustellen. Zudem kann man die Prothesen wesentlich kostengünstiger herstellen als bisher. Der Arzt, welcher mit einem 3D-Drucker arbeitet, muss nicht auf das individuell angepasste Stück warten und kann sich sicher sein, dass das gefertigte Stück einwandfrei passt. Aufgrund der preiswerten und einfachen Fertigung bietet diese Technik vor allem für verarmte Länder eine Behandlungsmöglichkeit und wird dort in Zukunft vermehrt zum Einsatz kommen.

Prothesen aus dem 3D-Drucker

Mithilfe des 3D-Druckers lassen sich Gelenke einfach und schnell produzieren, die die betroffene Person problemlos bewegen kann. Dies erhöht die Lebensqualität ungemein. Kürzlich fertigten Schüler im Rahmen des WIL-Projektes Handprothesen für afrikanische Krankenhäuser an. In Kooperation der Crowd4Africa und OBM-Initiative (Open BioMedical Initiative) werden medizinische Daten zur Fertigung der Prothesen mit dem 3D-Druck-System für jeden frei zugänglich. Somit wird vor allem ärmeren Ländern der kostenlose Zugang zu solchen Technologien und Hilfen ermöglicht. Eine der gefertigten Handprothesen aus dem 3D-Drucker wurde von Papst Franziskus im Mai 2016 gesegnet.

3D-Druck-Stücke ersetzten nicht nur Gelenke

Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg bietet mittlerweile 3D-gedruckte Titan Knieprothesen an. Die Prothesen aus dem 3D-Drucker sind vollständig zementfrei. Das verhindert eine eventuelle allergische Reaktion der bedürftigen Patienten.

Aber nicht nur die Menschen ziehen ihre Vorzüge aus der Technologie, sondern auch die Tierwelt. Ein Kakadu erhielt eine vollständige Schnabelprothese und eine Hündin kann mittlerweile durch eine Beinprothese aus einem 3D-Drucker wieder laufen.

In Thailand haben Chirurgen einen Mittelhandknochen mit Hilfe eines 3D-Druckers ersetzt. Forscher haben es sogar geschafft, eine vollständige Hand durch eine bionische Handprothese zu ersetzen, welche nicht nur funktioniert, sondern auch sehr gut aussieht. Die Materialkosten für solch ein Modell betragen rund 250 €, wogegen eine normale Prothese 10.000 € kostet. Die bionische Handprothese wird ganz einfach über ein Smartphone gesteuert (Infrarot). Bis jetzt konnte man mit der 650 Gramm leichten Handprothese Schuhe binden, Buchseiten umblättern und Reisverschlüsse öffnen. Der austauschbare Akku hält bei dem Prototyp bis zu 12 Stunden.

Fortschritt mit einem “Schaumstoffherz” gelungen

Mit Abstand zu manch anderen Organen ist das Herz wohl mit einer der wichtigsten und komplexesten Organe in unserem Körper. Amerikanischen Forschern ist es nun gelungen mit Hilfe der 3D-Drucktechnik ein funktionierendes Schaumstoffherz herzustellen. Dieses Model ist weltweit das erste künstliche Herz. Die feinen Poren des künstlichen Herzens erlauben es Flüssigkeiten aufzunehmen. Das Material lässt sich nach einer Wasseraufnahme nur noch mit Hilfe von Luft vergrößern oder verkleinern – also genauso wie das menschliche Herz. Es kann seine Länge um bis zu 300 Prozent vergrößern, so gibt es einem ein sicheres Gefühl und kann individuell angepasst werden. Zu dem Thema “Schaumstoffherz” veröffentlichte die Cornell University ein Video.