Autonomes 3D-Scannen in Echtzeit

Ein Team aus Forscher der Unternehmensausgründung Kapanu AG der ETH Zürich hat einen Spiegel samt integriertem 3D-Scanner für die moderne Zahnbehandlung entwickelt. Mit dem virtuellen Spiegel kann der Patient die Ergebnisse der Behandlung, beispielsweise neue Kronen oder Keramikschalen, ansehen. Dank dieses Spiegels entfallen die Erstellung eines Gipsabdrucks und somit die Erstellung der zu ergänzenden Teile, welche mittels Wachs angefügt werden. So kann man Zeit und Geld sparen.

Prinzip

Patienten können innerhalb von Sekunden das Ergebnis einer Zahnrekonstruktion ansehen. Mithilfe eines Live-Videos werden die eigenen Zähne virtuell mit der neuen Zahnreihe überlagert. Diese grafisch erstellten Zähne sind bis aufs Haar ident mit den eigenen Zähnen und sind kaum zu unterscheiden. Selbst wenn sich der Patient bewegt oder spricht funktioniert die Visualisierung der virtuellen Zähne. Diese virtuellen Zähne können von einem Experten in der Länge, Breite, Farbe und Form angepasst werden.

Vorteile

Eine virtuelle Anprobe der Zähne macht die Kommunikation zwischen Patienten und Arzt wesentlich einfacher. Dadurch lassen sich die Erwartungshaltungen von Beginn an geklärt werden und Enttäuschungen werden vermieden. Eine umfassende 3D-Datenbank dient zur dynamischen Anpassung der virtuellen Zähne. Diese wichtigen Daten werden vom Programm berechnet und verschiedene Optionen werden angezeigt, diese sind allerdings nicht auf das Gebiss des Patienten abgestimmt.

Daher wird im Vorhinein das Gebiss des Patienten mit einem 3D-Scanner eingelesen. Nach dem der Patient sein Wunschgebiss ausgesucht hat, kann der Zahntechniker mit seiner Arbeit beginnen.

Digitale Revolution in der Zahnarztpraxis

Dank eines Infrarotscanners können die Zähne, das Weichgewebe und die Bissrelation komplett erfasst und als 3D-Modell abgespeichert werden. Die Daten werden dann anschließend dem zahntechnischen Labor übermittelt, diese konstruieren dann auf dem Computer die Zahnkronen und Brücken. Nachfolgend werden die Daten an eine Fräsmaschine übermittelt, diese fräst die gewünschte Konstruktion mit einer sehr hohen Präzision aus einem Stück Metall, Kunststoff oder Keramik.

Aus den bereits erfassten Daten wird parallel hierzu ein reales Arbeitsmodell hergestellt. Im Anschluss wird dieses Modell im Zahntechnischen Labor angepasst, manuell die originelle Verblendung gefertigt und die Passgenauigkeit des Modells überprüft.

Resümee

Intraorales 3D-Scanning schließt die Lücke zwischen der Erfassung und der Übertragung von Konstruktionsdaten. Dank dieser Technik kann mit der Planung und die Herstellung in höchster Präzision begonnen werden. Das spart Zeit und Geld, da kein sequentielles Modell angefertigt werden muss. Zudem schätzen Patienten den komfortablen Weg eine abdruckfreie Stumpfpräparation zu erhalten. Der Arzt schätzt die Toleranz der Aufnahme und die ausgezeichnete Präzision, bei einer minimierten Fehleranfälligkeit.