Datenverarbeitung – vom Scan zum fertigen 3D-Modell

3D-Drucke sind der neue Weg in der Entwicklung von Prototypen aber auch in kreativen Branchen. Doch ein 3D-Druck kann immer nur so gut sein wie seine Vorlage. Die Datenverarbeitung ist eines der entscheidenden Themen für 3D-Drucke, da die Vorlagen für einen Druck immer komplexer werden. Auf der 3D Conference 2016 im November im Kraftwerk Rottweil beschäftigen sich die Teilnehmer daher unter anderem mit diesem Thema.

Laserscans sind oft das Mittel der Wahl, um die Vorlage vollständig zu erfassen. Mit ihnen können auch größere Objekte, ganze Räume oder Bereiche eingescannt werden. Dafür sind allerdings mehrere Scans notwendig, die dann über eine anschließende Datenverarbeitung miteinander kombiniert werden. In 20 verschiedenen Workshops ist die Datenverarbeitung zentrales Thema. Sie wird in verschiedenen Anwendungsfällen aufgezeigt und es werden Optimierungsmöglichkeiten für eine schnellere Verarbeitung vorgestellt.

Themen der 3D Conference

Die 3D Conference dient dem Austausch untereinander. Hier werden natürlich auch neue Techniken vorgestellt, doch im Vordergrund steht das gemeinsame Arbeiten in den verschiedenen Workshops. In den angebotenen Trainings erhalten Teilnehmer Einblick in die Scene-Software, die auf die Verarbeitung von besonders großen Datenmengen spezialisiert ist. Gerade die großen Datenverarbeitungen kosten im Druckprozess oft sehr viel Zeit, sodass vor allem hier eine Optimierung angestrebt wird. Auch die mit der Datenverarbeitung verbundene Software spielt eine Rolle und so gibt es weiterführende Workshops zur Nutzung von Graphisoft, Autocad oder auch Pointsense. Die Techniken werden jeweils an praktischen Anwendungsfällen präsentiert und in kleinen Gruppen vorgestellt. So gesehen ist die 3D Conference einerseits eine Möglichkeit, um neue Techniken und Programme zu entdecken, andererseits aber auch um sich selbst weiterzubilden.

Einfache Datenverarbeitung als Basis für den 3D-Druck

Ausführliche Laserscans, wie sie auf der 3D Conference zur Vorbereitung eines 3D-Druck durchgeführt werden, zeigen bereits die professionelle Nutzbarkeit der Drucker. Für die einfache Anwendung oder den Hausgebrauch sind umfassende Laserscans jedoch schnell übertrieben oder gar überflüssig. Im Internet finden sich günstigere Alternativen, um mit einfachen Mitteln ein 3D-Modell zu erstellen. Als Software könnt ihr dafür entweder Google Sketchup oder auch Blender verwenden, die beide kostenfrei sind. Zudem sind sie recht übersichtlich gestaltet und intuitiv gut nutzbar.

Mit dem ersten 3D Modell habt ihr jedoch noch nicht die Basis für den 3D Druck geschaffen. Nun beginnt die eigentliche Datenverarbeitung, für die ihr zum Beispiel das ebenfalls kostenfreie Tool Slic3r verwenden könnt. Zunächst ladet ihr die in Blender oder Sketcher angelegte und gespeicherte SLT Datei. Nun können die weiteren Parameter für den Druck festgelegt werden.

Dazu gehören neben der Schichthöhe auch die Geschwindigkeit sowie Füllung, Temperatur und zahlreiche weitere Eigenschaften. Nach Eingabe der ganzen Parameter wird das so aufbereitete 3D-Modell erneut gespeichert. In der resultierenden gcode-Datei habt ihr nun alle wichtigen Informationen für euren 3D-Druck vereint und könnt mit dem tatsächlichen Druck beginnen. Beachtet jedoch, dass das Erstellen der Datei eventuell etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Je nach Größe des geplanten Modells und seiner Komplexität und natürlich je nach Leistungsfähigkeit Eures PCs kann es durchaus einige Minuten dauern.