Ganze Häuser aus dem 3D-Drucker

Habt ihr bereits einmal darüber nachgedacht, ein Haus zu bauen? Egal ob jetzt oder später, mit einem 3D-Drucker könnte das zukünftig noch einfacher werden. In Dubai wurde Ende September dieses Jahres der weltweit erste Auftrag für ein Labor aus dem 3D-Drucker vergeben. Es handelt sich um ein Labor, welches vollständig gedruckt werden soll. Vergeben wurde der Auftrag von der Dubai Electricity an Water Authority (DEWA). Damit wagt das Unternehmen einen neuen entscheidenden Schritt in der 3D-Technik. Bedenkt man jedoch, dass die Regierung des Ölstaates noch zahlreiche weitere Projekte dieser Art in Planung hat, ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit bis ein weiteres startet.

Das Laboratorium wird im Mohammed Bin Rashid Maktoum Solar Park errichtet werden und als erstes Gebäude vollständig über ein 3D-Druckverfahren gebaut. Gedacht ist das Labor später für Studien an Solartechnologien sowie Drohnen. Entsprechend soll es sowohl über ein Mechanik-, Elektronik-, Software- und Prototyplabor verfügen.

Für Testzwecke ist in der Anlage auch ein Outdoor Testflug-Bereich vorgesehen. Die Ambitionen Dubais sind enorm. Bis 2030 plant man etwa 25 % der Stadt, aus dem 3D-Drucker gebaut zu haben. Es gibt sogar erste Pläne für ein Bürogebäude aus einem 3D-Drucker.

Niederländer bauen erstes 3D gedrucktes Haus

Die Niederländer sind hier bereits etwas weiter. Bereits 2014 begannen sie mit dem Bau des ersten Hauses aus einem 3D-Drucker. Die geringen Transportkosten sind dabei nur einer der zahlreichen Vorteile. So können zum Beispiel auch wiederverwendbare Materialien zum Bau genutzt und Müllberge vermieden werden. Keine Frage, dass die Baustelle damit eine echte Touristenattraktion wurde und zahlreiche Besucher anzog. Selbst Barack Obama war dort.

Der Bau selbst erfolgte in Schichten, die anschließend fast wie Lego-Steine zusammengesetzt wurden. Insgesamt verfügt das Gebäude über 13 Zimmer und wurde im klassischen Stil der niederländischen Giebelgrachtenhäuser gebaut. Mitten in Amsterdam steht es und besteht vollständig aus Kunststoff. Lediglich die handgelegten Ziegel der Grachtenhäuser wurden hier durch eine Fassade aus Kunststoff ersetzt. Bislang ist der Bau jedoch noch nicht abgeschlossen. Sobald es soweit ist, muss sich das Haus verschiedenen Prüfungen unterziehen und in der Realität bestehen. Erst dann kann es eine Alternative zu herkömmlichen Wohngebäuden werden.

China: erdbebensichere Villa mit 3D-Drucker

In China werden ebenfalls die Grenzen des Möglichen ausgetestet. Im Juni 2016 baute man hier in nur 45 Tagen eine erdbebensichere Villa mit gleich zwei Stockwerken. Das Gebäude stammt vollständig aus dem 3D-Drucker und soll nach Angaben der Architekten Erdbeben bis zu einer Stärke von 8.0 auf der Richterskala überstehen. Das ist ein beachtliches Versprechen für insgesamt 400 m2 Wohnfläche. Mit ihren 2,5 m dicken Wänden bietet die Villa jedoch auch einen kolossalen Anblick. Als Druckmaterial verwendete man verstärkten Beton, direkt vor Ort an einem vom Computer kontrollierten 3D-Drucker. Auch hier erfolgten Druck und Bau wieder schichtweise. Der Vorteil durch die Produktion vor Ort: Es fielen keine Transportkosten an, die aufgrund der vielen und teils schweren Teile den Preis für die Villa deutlich höher getrieben hätten.

Das Gebäude ist allerdings nicht nur aufgrund seiner Fertigung ein Unikat. Es ist das erste Gebäude, das vor Ort gedruckt und direkt zusammengesetzt wurde. Alle anderen Häuser wurden an speziellen Produktionsstätten gedruckt und die einzelnen Bestandteile erst zu einem späteren Zeitpunkt zusammengesetzt. Zusätzlich toppte man mit dem Bau innerhalb von nur 45 Tagen die sonst übliche Bauzeit für ein vergleichbares Objekt deutlich. Normalerweise kann ein solcher Bau nämlich bis zu einem Jahr dauern.